Demnach haben im Zeitraum vom 1. Januar bis 30. November 2025 insgesamt 3.287 Personen mit Wohnort im Regierungsbezirk Detmold/Ostwestfalen-Lippe an Sprach- und Integrationskursen teilgenommen, die nun keine Zulassung mehr für ihre Kurse erhalten würden. Das sind insgesamt 44,5% aller Teilnehmende von Sprach- und Integrationskursen im genannten Zeitraum (3.287 von 7.389 Teilnehmenden). Darunter befanden sich unter anderem 635 Ukrainer*innen im vorübergehenden Schutz, 689 Personen im Asylverfahren und 710 EU-Bürger*innen. Zudem waren zum Stichtag 30. November 2025 45 zugelassene Kursträger im Regierungsbezirk Detmold/Ostwestfalen-Lippe aktiv. All diese Kursträger sind von dem Kürzungsstopp betroffen.
Vor dem Hintergrund geplanter Zulassungsaussetzungen für Integrationskurse warnt Gambir vor weitreichenden Folgen: „Sprach- und Integrationskurse dürfen nicht zum Luxus werden, sondern sind eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Wer hier kürzt, gefährdet Mitbestimmung von Anfang an.“
„Die Zahlen zeigen deutlich: Es geht hier nicht um eine kleine Gruppe, sondern um tausende Menschen allein in Ostwestfalen-Lippe. 44,5% aller Teilnehmenden von Sprach- und Integrationskursen aus dem letzten Jahr wären betroffen gewesen. Diese Menschen brauchen Perspektiven und keine Steine, die ihnen von der Bundesregierung in den Weg gelegt werden.“
Auch die Trägerlandschaft in der Region stehe unter Druck. Die 45 aktiven Kursträger leisten einen wesentlichen Beitrag zur Integrationsarbeit vor Ort.
„Die geplanten Einschränkungen treffen nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch die engagierten Träger, die seit Jahren relevante Arbeit leisten. Diese Strukturen dürfen wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Oft ist für Kurse außerdem eine Mindestteilnehmerzahl erforderlich, die nun schwieriger zu erfüllen sein wird.“
Schahina Gambir fordert die Bundesregierung daher auf, die Pläne zu überdenken:
„Ich verurteile die geplanten Einschränkungen ausdrücklich. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen müssen wir Teilhabe stärken, nicht schwächen. Sprachkurse sind ein Schlüssel für Bildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben.“
„Es ist völlig unverständlich, warum unter anderem Ukrainer*innen im vorübergehenden Schutz, Asylsuchende, Personen mit Duldung und EU-Bürger*innen von den Kursen ausgeschlossen werden sollen.“
Abschließend betont Schahina Gambir die Bedeutung nachhaltiger Integrationspolitik:
„Eine funktionierende Integrationspolitik beginnt eben auch mit Sprache. Wer hier spart, zahlt am Ende einen hohen gesellschaftlichen Preis.