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Ergebnisse des Nationalen Rassismus- und Diskriminierungsmonitors zum Schwerpunkt Wohnen

Zur den heute erschienen Zahlen des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung im Rahmen des NaDiRa (Nationaler Rassismus und Diskriminierungsmonitor) zum Schwerpunkt "Wohnen": erklärt Schahina Gambir, Mitglied im Innenausschuss für Bündnis 90/Die Grünen:

Die neuen Zahlen des NaDiRa (Nationaler Rassismus- und Diskriminierungsmonitor) zum Schwerpunkt Wohnen belegen die dramatische Situation für rassistisch markierte Personen auf dem Wohnungsmarkt. Die Zahlen dokumentieren abermals, wie tief rassistische Strukturen in unserer Gesellschaft verankert sind. Chancen und Ressourcen sind ungleich verteilt. Rassistisch markierte Personen kämpfen daher nicht nur mit einem angespannten Markt, sondern auch mit systematischer Benachteiligung und Ausgrenzung. Rassismus ist dabei kein individuelles Problem, sondern Ausdruck unserer gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Raum, Rechte und Ressourcen werden nach der Logik verteilt, wem Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft zugesprochen wird – und wem nicht.

Schwarze und muslimische Menschen werden beim Zugang zu Wohnraum systematisch benachteiligt und leben häufiger in prekären Verhältnissen und in belasteten Nachbarschaften. Die Unterschiede beim Eigentumserwerb und der Versorgung mit Grünflächen verdeutlichen darüber hinaus, wie sehr soziale und ökologische Ungleichheiten entlang rassistischer Markierungen verlaufen.

Schwarz-Rot tut zu wenig, um diese strukturellen Ungleichheiten zu bekämpfen. Wohnen ist ein Grundrecht, es braucht endlich konsequente Maßnahmen, um allen Menschen die gleichen Chancen auf Wohnen und eine gesunde Umgebung zu ermöglichen. Stadt ausgrenzender und verletzender Debatten über Stadtbilder, sollten der Bundeskanzler und seine Regierungsmitglieder Rassismus endlich als das erkennen, was er ist: eine der größten Barrieren für eine gerechte Gesellschaft.