Wir GRÜNE stehen für eine starke Schiene und die konsequente Umsetzung des Deutschlandtakts. Der Ausbau des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene ist unverzichtbar, wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen. Der Deutschlandtakt ist dafür ein wichtiger Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen. Doch die Verkehrswende darf nicht technokratisch über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden, sondern muss Klimaschutz, Transparenz und regionale Akzeptanz in den Mittelpunkt stellen.
Begründet wird das Ausbauziel zwischen Bielefeld und Hannover mit der hohen Auslastung der bestehenden Strecke von über 130 Prozent und den Zielen des Deutschlandtakts: zwei zusätzliche Gleise, eine Fahrzeit von 31 Minuten sowie eine Trassenführung, die auch den Güterverkehr berücksichtigt. Zwar wurde die Bestandsstrecke laut DB intensiv geprüft, doch soll sie nicht ausreichen, um diese Ziele zu erreichen. Nun hat die Deutsche Bahn die Zahl der geprüften Korridore zwischen Bielefeld und Hannover von zwölf auf zwei reduziert. Als GRÜNE sehen wir diese Zielsetzung und den Prozess kritisch. Der Anspruch an die Fahrzeit leitet sich aus der geplanten Verbindung zwischen Hamm und Hannover ab. Es ist ein gravierendes Versäumnis, dass es für den Abschnitt Hamm–Bielefeld bis heute keinen Planungsauftrag gibt.
Wir fordern im Planungsprozess transparente Variantenvergleiche, die Klima‑, Natur‑ und Landschaftsschutz ebenso berücksichtigen wie Kosten und Realisierungszeit. Klimaschutz und Beteiligung sind keine Hindernisse, sondern die Voraussetzung für eine zukunftsfähige Mobilität. Der Deutschlandtakt kann nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn die Bahn umfassend erneuert und die Region aktiv eingebunden wird.