In Kambodscha habe ich gesehen, wie nachhaltiger Reisanbau, Klimaanpassung und ländliche Infrastruktur Einkommen sichern und ganze Regionen gegen Krisen widerstandsfähiger machen können. Gleichzeitig findet diese Arbeit in einem zunehmend autoritären Umfeld statt: Opposition, unabhängige Medien und Zivilgesellschaft stehen massiv unter Druck. Die Aufarbeitung des Genozids durch die Khmer Rouge dauert bis heute an. Gerade deshalb braucht es verlässliche Partnerschaften, die soziale Teilhabe, Menschenrechte und demokratische Handlungsspielräume langfristig stärken.
In Laos setzt das World Food Programme ein Schulernährungsprogramm um. Dabei wurde für mich noch einmal deutlich, was Entwicklungszusammenarbeit konkret bewirken kann: Schulessen bedeutet nicht nur eine warme Mahlzeit. Es schafft bessere Bildungschancen und stärkt damit auch die Gleichberechtigung von Mädchen. Schulernährung alleine reicht aber nicht aus, denn gleichzeitig prägen auch in Laos autoritäre Strukturen, die anhaltenden Folgen der Bombardierungen während des Vietnamkriegs und eine wachsende Verschuldung die langfristigen Perspektiven von Land und Bevölkerung.
Beide Länder zeigen, was Entwicklungszusammenarbeit bewirken kann, wenn sie die Interessen der Partnerländer gleichberechtigt umsetzt. Sie zeigen aber auch sehr deutlich, was passiert, wenn langfristige Perspektiven wegfallen und bislang verlässliche Partnerschaften Kürzungen zum Opfer fallen. Die entstehenden Lücken bleiben nicht leer. Sie werden schnell von Akteuren gefüllt, für die Menschenrechte, demokratische Teilhabe und zivilgesellschaftlicher Rückhalt keine Prioritäten sind.
Gerade deshalb sind die massiven Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit kurzsichtig und brandgefährlich. Nach dem Wegfall von USAID und in einer Zeit multipler globaler Krisen sendet Deutschland damit das völlig falsche Signal. Gerade wenn autoritäre Tendenzen und fragile Kontexte zunehmen, freie Räume kleiner werden und Abhängigkeiten wachsen, darf Deutschland sich nicht aus internationaler Verantwortung zurückziehen. Wir brauchen Entwicklungszusammenarbeit, die Menschen stärkt und Krisen vorbeugt.
Diese Reise hat für mich einmal mehr verdeutlicht: Entwicklungszusammenarbeit ist kein Türöffner für deutsche Interessen. Sie ist ein Schlüssel für stabile und resiliente Gesellschaften, gegen Abhängigkeiten und die beste Prävention gegen zukünftige Krisen.